Afrikanistik-Professorin warnt vor „rassistischen Verkleidungen“

Wer kennt es nicht, da steht man mit seinem Indianer Faschingskostüm am Straßenrand und schon kommt ein echter Indianer auf seinem Pferd vorbei geritten. Eigentlich wollte er sich ja nur erkundigen, ob man in der Nähe einen Büffel gesehen hat, da er selbst auf der Jagd nach diesem sei. Aber man kann die Empörung in den Augen des Indianers förmlich lesen. Die Empörung über das eigene völlig rassistische Faschingskostüm, das alle stereotype Bilder bedient.

Nach Ansicht der Kölner Afrikanistik-Professorin Marianne Bechhaus-Gerst ist das genau der Fall. Sie hat vor angeblich „rassistischen Faschingskostümen“ gewarnt. „Gerade in Köln gibt es noch eine ganze Reihe von Karnevalsvereinen, die Blackfacing vornehmen. Was bedeutet, die Leute verkleiden sich als Phantasie-Afrikaner mit Baströckchen und Knochenkette, mit denen sie dann alte, stereotype Bilder bedienen“, sagte Bechhaus-Gerst der Nachrichtenagentur dpa.

rassistische Verkleidung ohne Rassisten

„Man ist damit nicht unbedingt Rassist. Aber es ist eine rassistische Verkleidung“, behauptete die Dozentin. Betroffene Personen fühlten sich reduziert. Sie wünsche sich unter anderem auch eine Diskussion über das beliebte Indianer-Kostüm. „Da es sich dabei um eine europäische Phantasie über eine Menschengruppe handelt, die nichts mit der Realität zu tun hat.“

der typische Deutsche trägt kurze Lederhosen

Das stellt sich einem natürlich auch die Frage, inwieweit sich Afrikanistik-Professorin Marianne Bechhaus-Gerst in der übrigen Welt dafür stark macht, das die rassistischen Ansichten über Deutsche geändert werden. Denn die Vorstellung über den typischen Deutschen in kurzer Lederhose mit Weißwurst, Brezel und Bierkrug haben genauso wenig etwas mit der Realität zu tun.


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